Neues Zeitzeugen Video von der Auschwitz Überlebenden Nina Weil

Didaktik verständlich gemacht.

Neues Zeitzeugen Video von der Auschwitz Überlebenden Nina Weil

24. Januar 2026 Allgemein 0
Nina Weil - Holocaust Überlebende

Neues Zeitzeugen Video von der Auschwitz Überlebenden Nina Weil in Zusammenarbeit mit der Gamaraal Foundation im digitalen Buch «Schweizer Jugend im Zweiten Weltkrieg» verlinkt (Kapitel 20).

Nina Weil gehörte zu den letzten Überlebenden der Shoah in der Schweiz. 2023 verstarb sie im Alter von 91 Jahren als unermüdliche Aufklärerin über den Holocaust. Ihr Todestag fiel zufällig auf den 85. Gedenktag des Pogroms von 1938. Ihre Botschaft: Aufklärung heute – Nie wieder!

Sie war zehn Jahre alt, als sie dem berüchtigten KZ-Arzt Josef Mengele gegenüberstand. Wenn er nach links zeigte, drohte die Gaskammer; nach rechts bedeutete, Arbeitsfähigkeit und Weiterleben. „Ich weiß nicht, ob es ein Engel war oder etwas anderes“, erzählte Weil. „Ich konnte kein gutes Deutsch, aber ich sagte zu Mengele: Meine Mutter ist gestorben, ich möchte Prag noch einmal sehen.“ Da ließ er sie leben. Ihre Mutter starb jedoch im Alter von 38 Jahren an Erschöpfung. In diesem Moment realisierte das Mädchen, dass es fortan völlig auf sich allein gestellt war. Weil beschrieb in ihren Memoiren auch die Krematorien und die brutalen Aufseher, die Hunde auf Menschen jagten und auf sie schossen. Als der Krieg endete und die Lager befreit wurden, war Nina Weil dreizehn Jahre alt.

„Wir sind marschiert und marschiert“, erinnerte sie sich. „Es war Januar. Wir hatten kein Essen. Wer Glück hatte, fand Gras am Wegesrand. Schnee war unser Wasser.“ Schließlich fanden sie Zuflucht in einem großen Bauernhof, wo sie im Stall schlafen durften.

Von 1942 bis 1945 war Nina Weil in den Konzentrationslagern There­sienstadt, Auschwitz und Stutthof interniert. Nach der Befreiung aus dem KZ kam sie in ein Waisenhaus.

In einem Internat traf sie später ihren Mann. Sie absolvierte in Prag eine Ausbildung zur Laborantin in einer Poliklinik. 1968 erhielt sie nach der Niederschlagung des Prager Frühlings Asyl in der Schweiz, wo sie fortan als Laborantin am Universitätsspital Zürich arbeitete.